Rote Hilfe: Bilanz zum 17. und 18. Januar 2014 in Magdeburg

1390853867_1Nach einem erlebnisreichen Wochenende zieht die Rote Hilfe Magdeburg und der Ermittlungsausschuss eine erste Bilanz vom Bulleneinsatz und der Repression gegen Linke und Antifas.

Am 17.01 fand um 18:00 Uhr unter dem Motto „Staat und Nazis Hand in Hand“ eine unangemeldete Demonstration in Magdeburg statt. Die Initiator_innen kündigten in der Mobilisierung an, die Demonstration nicht anzumelden, da sie eine Zusammenarbeit mit der Polizei grundsätzlich ablehnen. Sie soll als eine klare Reaktion auf die immer stärker werdenen Repressionen gegen Antifaschist_innen in der Vergangenheit gewertet werden, die sowohl in Hamburg, als auch im nahe gelegenen Burg seitens der Polizei immer wieder zu Kriminalsierungen und Einschüchterungsversuchen geführt haben.  Trotz unangemeldeter Demo und gezündeter Pyrotechnik aus den Reihen der 600 Demonstrierenden, hielt sich die Polizei zurück. Die Demonstration wurde zwar von mehreren Einsatzfahrzeugen und einem Kamerawagen begleitet, sie hielten jedoch Abstand und der Kamerawagen filmte die Demonstration nicht ab. Es kam am Abend und in der Nacht vom 17.01 auf den 18.01 zu keinen Festnahmen.

Am 18.01. richtet sich breiter Protest gegen den regelmäßig stattfinden Trauermarsch der neonazistischen „Initiative gegen das Vergessen“. Neben Menschenblockaden auf Straßen und Schienen kam es auch zu mehrere militanten Aktionen gegen Bullen, dem Schienennetz der Deutschen Bahn, sowie gegen staatliche Einrichtungen.

Die Polizei griff hart gegen die Gegendemonstrant_innen durch. Es kam im Verlauf des Tages teilweise zu schweren Verletzungen. So berichtet die Sanizentrale, dass es mehrere schwere Kopfverletzungen (u.a. Nasenbeinbrüche) sowie gebrochene Arme durch Schmerzgriffe gegeben haben soll. Neben Schlagstock- und Pfferspray benutzten die Bullen in diesem Jahr in Magdeburg ebenfalls Tränengasgranaten (Bilder siehe Anhang). Ein Polizist soll eine Pistole gezogen haben, als Antifas sich den Weg durch eine Absperrung bahnen wollten. Um einen Überblick der Polizeitaktik zu gewinnen und Beweise festzuhalten, die den Einsatz von Tränengasgranaten und massiver Gewalt gegen Antifas belegen, lädt das Bündnis „Magdeburg-Nazifrei“ am Abend des 28. Januar um 18:00 Uhr zu einem Austausch mit Anwälten und Anwältinnen in den BUND ein.

Im Laufe der Proteste kam es zu mehrere Festnahmen, Anzeigen und Ermittlungsverfahren. Laut dem EA, der den ganzen Tag aktiv war, wurden über 100 Menschen festgenommen, von denen sich mittlerweile wieder alle auf freiem Fuß befinden. Zusätzlich wurden zahlreiche Platzverweise, teilweise über ganze Stadtteile hinweg, erteilt.
Des Weiteren ermitteln die Bullen unter anderem wegen Sabotage, aufgrund von Brandanschlägen auf Schienen, dem versuchten Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion (Bombenkofferatrape), Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigungen, schweren Eingriffs in den Schienen-/Straßen-verkehr (Blockaden) und Landesfriedensbruch.

Falls ihr Vorladungen oder Anzeigen bekommt, meldet euch schnellstmöglich bei der Roten Hilfe Ortsgruppe Magdeburg oder bei einer Ortsgruppe in eurer Stadt. Unsere Sprechzeiten sind jeden Mittwoch im Infoladen Stadtfeld ab 17 Uhr und jeden ersten Dienstag ab 18:00 Uhr im Infoladen Salbke. 

Geht nicht zu den Vorladungen von den Bullen und verweigert jede Aussage. Organisiert euch in euren Kreisen und sprecht über gemeinsames und solidarisches Handeln im Umgang mit den Repressionschlägen, die immer wieder nach solchen Großevents folgen.

Rote Hilfe Ortsgruppe Magdeburg

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Bild: Tränengasgranate

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